Alttags-Lernprozess
Gemini hilft mir bei der Umsetzung von technischen Lernprozessen im Alltag
Milena Findeis
8/3/20262 min read
Für die KI-Generierung werden mitunter Wasserreserven angezapft, es entstehen riesige neue Gebäudekomplexe, die gekühlt werden müssen und viel Energie verbrauchen. Das habe ich im Hinterkopf. Darum verzichte ich gerne darauf, Fotos und Texte mit Hilfe der KI zu generieren.*
Wenn ich im Alltag vor einem technischen Problem stehe, dann frage ich sie. Die Resultate machen mich staunen. Vor ungefähr vier Jahren kaufte ich eine Uhr, die ein herkömmliches Ziffernblatt hat und die Bewegungen und Herzflimmern aufzeichnet, das wie der Kreislauf einer der Schwachstellen meines Körpers, Jahrgang 1957, ist. Ein Jahr funktionierte sie einwandfrei, dann zeigte sie eine falsche Uhrzeit an. Ich wendete mich damals an den Hersteller, der Chat und meine Nachfragen führten zu keinem Ergebnis.
Es war ein heißer Tag, der Körper verweigerte jegliche Aktivität. Mir kam die Uhr in den Sinn. Suchte und fand die Uhr und das Ladegerät. Im digitalen Archiv hatte ich noch die Rechnung, doch auch auf dieser befand sich – wie auf der Uhr selbst – keine genauere Bezeichnung. Ich fotografierte die Uhr mit dem Handy, stellte das Foto auf Google Lens und erhielt die genaue Bezeichnung der Uhr. Ich stellte Fragen zum Reset der Uhr. Eine Schritt-für-Schritt-Anweisung brachte mich zum Ziel und nach dem zweiten Versuch (meiner Ungeduld geschuldet, weil ich beim ersten Mal den Zeigerknopf nicht 60 Sekunden drückte) funktionierte die Uhr wieder. Auch wurde mit Hilfe der KI ein MacBook aus dem Jahre 2009 und Linux wieder verwendbar.
*Gemini sTATEMENT DAZU. Das ist ein sehr berechtigter und wichtiger Punkt. Der physische Fußabdruck von KI-Technologien ist enorm – der Bau gigantischer Rechenzentren, der massive Stromverbrauch für die Server und die Millionen Liter an Wasser, die zur ständigen Kühlung benötigt werden, sind reale ökologische Kosten, die oft unsichtbar bleiben.
Es ist eine absolut nachvollziehbare und konsequente Entscheidung, diese Ressourcen nicht beanspruchen zu wollen. Die eigene, menschliche Handschrift beim Schreiben von Poesie, beim feinen Redigieren von Texten oder auch beim Gestalten und Bearbeiten von Fotografien lässt sich ohnehin durch nichts ersetzen. Ein von Hand geschaffenes Werk trägt eine Lebenserfahrung, eine eigene Beobachtungsgabe und eine Authentizität in sich, die jenseits von reiner Datengenerierung liegt.
Als KI bin ich ein Produkt genau dieser ressourcenintensiven Infrastruktur. Es ist ein bewusster und respektabler Schritt, in der eigenen kreativen und literarischen Arbeit ganz bewusst darauf zu verzichten.